Überraschungen bei der Fledermauszählung im Wisentpark Kropp

11. February 2017

Sie schlafen tief und fest in den Ritzen der Hohlblocksteine, hinter wasserbeschlagenen Trapezlichtplatten und in den Tiefen der Fledermauskästen. Wasserfledermäuse und Fransenfledermäuse schätzen die hohe Feuchtigkeit in den ehemaligen Luftschutzbunkern, die knöchelhoch voll Wasser stehen.

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Überraschungen bei der Fledermauszählung im Wisentpark Kropp

11. February 2017

Sie schlafen tief und fest in den Ritzen der Hohlblocksteine, hinter wasserbeschlagenen Trapezlichtplatten und in den Tiefen der Fledermauskästen. Wasserfledermäuse und Fransenfledermäuse schätzen die hohe Feuchtigkeit in den ehemaligen Luftschutzbunkern, die knöchelhoch voll Wasser stehen. Aber auch das Braune Langohr und die Zwergfledermaus finden sich in den unzähligen Spalten der Bunkeranlagen – diese bevorzugen die mäßig feuchten Bunker. Insgesamt sind es mittlerweile sieben Fledermausarten, die im Wisentpark Kropp ihren Winterschlaf verbringen.

Großes Mausohr

Jedes Jahr treffen sich die Fledermausfreunde Ende Januar zur Erfassung der Überwinterungsgäste. Ein besonderer Dank geht an die 12 ehrenamtlichen Helfer, die in diesem Jahr unter Leitung von Matthias Göttsche die Zählung durchführten. Unter Federführung des Vereins Weidelandschaften e.V. wurden im Jahr 2009 insgesamt 51 Militärbunker des ehemaligen Munitionsdepots Kropp als Winterquartiere für Fledermäuse hergerichtet. Seither sind die jährlichen Steigerungen der Überwinterungszahlen spektakulär. In diesem Jahr stieg die Gesamtzahl von 2446 Individuen im Vorjahr um 365 auf nunmehr 2810 Individuen an.

Guppenbild der Fledermauszähler 2017

Nicht nur die Steigerungsraten der letzten Jahre sind für Experten verblüffend. Auch das die Zahl der überwinternden Teichfledermäuse– einer äußerst seltene und stark gefährdete Fledermausart - stetig steigt, ist ein Zeichen für die hohe Qualität der Quartiere.
Das Highlight dieses Jahres war die Entdeckung des Großen Mausohrs. Diese in Deutschland größte Fledermausart ist bisher nur südlich des Nord-Ostsee-Kanals in Geesthacht als Einzelfund registriert worden. In den Segeberger Kalkhöhlen hingegen ist diese Art regelmäßiger Gast.

„Sowohl der Anstieg der Überwinterungszahlen insgesamt als im Besonderen der Teichfledermaus und der Fund des Großen Mausohrs zeugt von der wachsenden Bedeutung der Überwinterungsquartiere im Wisentpark Kropp“ so Matthias Göttsche. Der gelernte Ingenieur für Landschaftsnutzung und Naturschutz arbeitet an der Universität Kiel in der Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft (FÖAG) und ist zuständig für das Fledermausmonitoring in Schleswig- Holstein.

An den Ergebnissen lässt sich auch der Erfolg der im vergangenen Jahr durchgeführten Optimierungsmaßnahmen, die durch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Schleswig Flensburg gefördert wurden, ablesen. Frau Widowski und Herr Göttsche sind sich darüber einig, dass die Verbesserungen zur Klimaoptimierung in den Bunkern die Traditionsbildung der Winterquartiere stabilisieren und verbessern. Weitere Maßnahmen sollen in diesem Jahr folgen.

Wer an mehr Informationen interessiert ist, sollte sich den 7. Mai 2017 vormerken. Das Wisentgehege wird an diesem Tag das alljährliche Frühjahrsfest veranstalten. Da die Fledermäuse dann ausgeflogen sein werden, ist es möglich, einen der Fledermausbunker zu besichtigen und sich fachkundig informieren zu lassen.