Wisentpark Öffnungszeiten

Winterpause!
Ab dem 15. April 2018 haben wir wieder jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Im Winterhalbjahr bieten wir Ihnen gerne Gruppenführungen im Wisentgehege an.
Rufen Sie uns an unter: 04624 - 80 22 21

Anfahrtsplan zum Wisentpark

Sie erreichen den Wisentpark, wenn Sie von der B77 auf die Gertrud-Koch-Straße abbiegen. Von dort ist die Einfahrt zum Wisentpark ausgeschildert.

Anfahrtsplan Wisentpark

Navigation:
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Spendenaufruf

Weidelandschaften e.V. arbeitet gemeinnützig und ist auf Spenden angewiesen. Sie können unsere Bemühungen zum Schutz der Wisente durch Ihre Spende unterstützen.

Spendenkonto:
Nord-Ostsee-Sparkasse
IBAN: DE46 2175 0000 0056 0224 22
BIC: NOLADE21NOS
Stichwort Wisent

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Dieses Projekt wurde gefördert und unterstützt durch:

Bundesamt für Naturschutz

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Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein

Ministerium für Landwirtschaft,
Umwelt und ländliche Räume
des Landes Schleswig-Holstein

BINGO Die Umwelt-Lotterie

BINGO Die Umwelt-Lotterie

Der Wisentpark in Kropp – eine Naturoase besonderer Art lädt zum Besuch

Wo einst große Mengen Munition für den Ernstfall lagerte, übernehmen mittlerweile kleine und große Tiere die Vorherschaft. Der Wisent, das größte europäische Landsäugetier hat hier eine neue Heimat gefunden. Der Verein Weidelandschaften e.V. betreibt hier eine Zucht zur Rettung dieses imposanten Tieres. Aber auch Fledermäuse finden hier Unterschlupf und Amphibien und Reptilien haben einen Rückzugsraum. Die Natur steht ganz im Mittelpunkt.

Die Zufahrt ist holprig und das Gehege liegt trotz Ausschilderung versteckt. Dennoch - ein Besuch im Wisentgehege Kropp ist ein ganz besonderes Erlebnis. Der Verein Weidelandschaften e.V. hat sich auf 120 Hektar des Depots dem Erhalt des letzten noch lebenden Wildrindes aus der Urzeit unserer Wälder verschrieben. 14 dieser so imposanten Tiere haben hier ihr Zuhause Im Freigehege lebt die Gruppe um den Bullen „Pokasz“ und geht ihre eigenen Wege und ist nur selten zu sehen. Im Schaugehege kann der aus dem Zoo Breslaus stammende zwölfjährige Bulle „Porter II“ mit seiner Herde beobachtet werden. Die Tiere sind scheu, halten sich im Kontakt mit dem Menschen zurück, sind unglaublich stark und riechen nach Moschus.

Neben den Wisenten widmet sich der Verein im Wisentpark erfolgreich dem Fledermausschutz. In insgesamt 50 Bunkern überwintern inzwischen mehr als 2.446 Fledermäuse, das ist Rang drei bei den schleswig-holsteinischen Überwinterungsquartieren. Ein Überwinterungsbunker kann im Schaugehege besichtigt werden.

Das Gehege wieder ab dem 15. April 2018 an jedem Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Die Besucher können einen Barfußpfad erwandern und auf einem Niederseilgarten ihre Balance erproben. Besonders empfehlenswert: auf einer der zahlreichen Holzbänke verweilen, die Ruhe und Kraft der Landschaft genießen und dabei die mächtigen Tiere im Schaugehege in ihrer gewohnten Umgebung, der freien Natur, beobachten.

Nach Absprache werden Führungen oder Planwagentouren für Gruppen angeboten, das können auch Sie und Ihre Gäste/Freunde sein. Sie können Ihren Ausflug mit kulinarischen Spezialitäten vom vereinseigenen Galloway oder mit einer Kaffeetafel abrunden.

Hofladen für Galloway Spezialitäten

Neben dem Wisentgehege betreibt der Verein Weidelandschaften e.V. einen „Hofladen für Galloway Spezialitäten“ im Wisentpark. Die Galloways des Vereins Weidelandschaften e.V. sorgen als vierbeinige Landschaftspfleger dafür, dass wertvolle Naturschutzflächen in Schleswig Holstein gepflegt werden. Ein willkommenes Nebenprodukt dieser Arbeit ist das besonders hochwertige Galloway-Fleisch. Der Hofladen ist am Donnerstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Erfahren Sie mehr über den Wisentgehege

Auf über 100 ha wird ein Artenschutzprojekt zur Ansiedelung des Wisents durchgeführt. Zielsetzung ist:

  • Stabilisierung und Ausweitung der genetischen Vielfalt des ehemals hier heimischen Flachlandwisents
  • Untersuchung der Wirkung jahreszeitlicher Rhythmen auf die Ernährungsstrategie des Wisents
  • Beobachtung der Einflussfaktoren des Wisents auf die Waldentwicklung

Ein Schaugehege, das den direkten Kontakt mit den Wisenten erlaubt, bietet den Besuchern die Möglichkeit die Tiere hautnah zu erleben und sich über Biologie und Geschichte des Wisents und über die Rolle der großen Pflanzenfresser in unserer Landschaft zu informieren.

Der Wisent, das größte Tier Europas

Die Urahnen des Wisents waren in den offenen Ebenen in ganz Europa verbreitet. Von Spanien bis nach Sibirien über England und Skandinavien zogen die Herden. Im Osten kam die Art bis zur Wolga und dem Kaukasus in Höhen von bis zu 2100 Metern vor.

Höhlenzeichnungen belegen die Bedeutung der Ahnen des europäischen Wisents für den prähistorischen Menschen Europas. Die Zeichnungen zeigen den Wisentahnen als Jagdtier und als mythisches Symbol für Kraft und Stärke.

Der Wisent ist das größte Säugetier Europas und das letzte noch lebende Wildrind des Kontinents. Mit ihren riesigen Schädeln, die sie meist gesenkt halten, den kurzen Hörnern, dem Kinnbart und dem dichten Wollhaar ähneln die Wisente dem amerikanischen Bison. Tatsächlich gehen die beiden Arten auf gemeinsame Urahnen zurück. Die sichtbaren Unterschiede zwischen den Arten lassen sich auf die Anpassung an ihre unterschiedlichen Lebensräume zurückführen: der europäische Wisent ist ein Tier der Wälder, sein Habitus ist schmaler und langbeiniger als sein bulliger amerikanischer Verwandter, der sich dem Leben in der Steppe anpasste.

Wisente im Gehege

Steckbrief des Wisent (Bison bonasus)

Größe: 175 - 200 cm
Gewicht: männliche Tiere 600 bis 1000 Kilogramm;
weibliche Tiere 350 bis 600 Kilogramm.
Lebensdauer: 15-20 Jahre.
Lebensraum: Mischwälder.
Nahrung: überwiegend Gras- und Raufutter, Laub, Triebe von Bäumen, Sträuchern, Rinde Moos, Flechten.
Lebensweise: Herdenverbände von 8-10 Muttertieren mit Nachwuchs (selten mehr als 20 Tiere). Bullengruppen von 2 bis 15 Tieren, Altbullen sind Einzelgänger.
Aktionsraum in Freiheit: 2000 bis 4000 Hektar.

Ausrottung

Die Jagd, der Rückgang großer geschlossener Wälder und die Besiedelung großer Landstriche durch den Menschen zerstören den Lebensraum des Wisents über Jahrhunderte. Im 18. Jahrhundert wurden die letzten frei lebenden Wisente in Ostpreußen, Ungarn und Rumänien ausgerottet. Neben einigen Tieren im Kaukasus überlebte lediglich im Urwald von Bialowieza eine größere Herde bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Diese Tiere fielen den Wirren des 1. Weltkrieges zum Opfer. 1919 galt der frei lebende Wisent als ausgerottet.

Rettung des Wisents

1923 gründete sich die Gesellschaft zur Rettung des Wisents. Dank einer internationalen Kooperation gelang es den Wisent vor der Ausrottung zu bewahren. Von insgesamt 57 Tieren, die in Gefangenschaft lebten, konnten zwölf für die Aufbauzucht verwendet werden, darunter der einzig überlebende Bulle der Kaukasuspopulation.

Nur sieben der Gründungstiere gehörten der reinblütigen Unterart der Flachlandwisente (Bison bonasus bonasus) an. Heute trennt man diese reinblütige Linie und führt sie als Flachlandlinie weiter während die Kreuzungstiere unter Einfluss des Kaukasusbullen der Kaukasuslinie (Bison bonasus caucasicus) zugeordnet werden.

Durch intensive Erhaltungszucht ist es seither gelungen, einen gegenwärtig etwa 3000 Tiere zählenden Wisentbestand wieder aufzubauen. Gilt der Wisent aufgrund der Bestandszahlen nicht als vom Aussterben bedroht, so ist doch unklar, wie sich der genetische Flaschenhals langfristig auf die Populationsentwicklung auswirkt. Eine Entwarnung kann insofern nicht gegeben werden. Weitere Anstrengungen zum Schutz des größten europäischen Säugetiers sind notwendig.